ICT-Zertifikate als Nachweis der Computer Literacy
Bern, 3. Mai 2010. In einer Gesellschaft, in der Informations- und Kommunikations-technologien unseren Alltag prägen, sind umfassende ICT-Anwenderkenntnisse in allen Lebensbereichen von grösster Bedeutung. Eine Möglichkeit, sich praxis-orientierte Computerkenntnisse anzueignen, besteht über den Erwerb von schweiz- und weltweit anerkannten ICT-Zertifikaten. Im Auftrag der Hasler Stiftung hat nun das Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule Luzern eine Vergleichsstudie erstellt, welche die beiden grössten Anbieter von ICT-Zertifikaten, die SIZ AG (Schweizer Informatik-Zertifikat) und die ECDL Switzerland AG (European Computer Driving Licence) evaluierte.
Die Vergleichsstudie basiert auf einer ausführlichen Literaturrecherche sowie auf der Befragung von 2’579 Absolventen dieser Zertifizierungslehrlänge. Zudem wurden die Meinungen von 32 Testpersonen und 25 Experten mit spezifischen Fragenstellungen in die Untersuchung integriert. Ziel der Studie war es, die Qualität und den Nutzen von ICT-Zertifikaten in der Schweiz zu quantifizieren und auch einen Vergleich zwischen diesen zu ermöglichen.
Im Rahmen der Literaturrecherche wurde festgestellt, dass die ICT-Zertifikate im europäischen Ausland einen hohen Stellenwert sowohl für den Berufs- und Wiedereinstieg als auch für das berufliche Fortkommen haben. Eine Umfrage der AICA Associazione italiana per l’informatica ed il calcolo stellte 2003 fest, dass mangelnde ICT-Kenntnisse von Mitarbeitenden betriebliche Kosten verursachen. Mit der Durchführung von ICT-Trainings konnten Produktivität und Zufriedenheit der Angestellten signifikant erhöht. Eine Initiative des britischen NHS National Health Service im selben Jahr zeigte auf, dass die konsequente Aneignung von anwendungsorientierten ICT-Kenntnissen dazu führt, dass die Kosten für den ICT-Support aufgrund von weniger Anfragen sinken.
Im Rahmen der Literaturrecherche wurde festgestellt, dass die ICT-Zertifikate im europäischen Ausland einen hohen Stellenwert sowohl für den Berufs- und Wiedereinstieg als auch für das berufliche Fortkommen haben. Eine Umfrage der AICA Associazione italiana per l’informatica ed il calcolo stellte 2003 fest, dass mangelnde ICT-Kenntnisse von Mitarbeitenden betriebliche Kosten verursachen. Mit der Durchführung von ICT-Trainings konnten Produktivität und Zufriedenheit der Angestellten signifikant erhöht. Eine Initiative des britischen NHS National Health Service im selben Jahr zeigte auf, dass die konsequente Aneignung von anwendungsorientierten ICT-Kenntnissen dazu führt, dass die Kosten für den ICT-Support aufgrund von weniger Anfragen sinken.
Die Untersuchung des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Hochschule Luzern kommt zum Ergebnis, dass hinsichtlich Organisation und Durchführung der Kurse, die zu einem ICT-Zertifikat führen, die Anbieter auf gleich hohem Niveau arbeiten. Die Absolventen sind zum Grossteil der Meinung, dass der Unterricht durch gut qualifizierte Lehrpersonen erfolgt. Die Befragten, vor allem junge Berufstätige unter 30 Jahre, bereiten sich mehrheitlich in den von Schulungsanbietern angebotenen Kursen auf die Zertifikatsprüfung vor. Sie wollen vor allem die persönlichen Arbeitsmarktchancen verbessern. Die befragten Experten, vor-wiegend Lehrpersonen, sind überzeugt, dass die Einbindung der ICT-Zertifikate in die Ausbildung sinnvoll ist und die Arbeitsmarktchancen der Absolventen verbessern.
Die Mehrheit der Befragten hat das Zertifikat mit dem Ziel erworben, anwendungs-orientier-tes Wissen zu erwerben. Dieses Ziel wurde mehrheitlich erreicht: 76% der ECDL- und 84% der SIZ-Zertifizierten geben an, dass ein Transfer ihres Wissens und Könnens am Arbeitsplatz stattgefunden hat, 70% der ECDL- und 79% der SIZ-Zertifizierten meinen darüber hinaus, dass sie ihre beruflichen Aufgaben nun effizienter erledigen können.
Die Unterschiede zwischen den beiden Zertifikatsanbietern sind zwar marginal, können aber für die persönliche Berufslaufbahn der Anwender oder das Unternehmen, das seine Mitarbeitenden in die Ausbildung schickt, durchaus entscheidend sein. So ist das ECDL-Zertifikat international anerkannt, im Gegensatz zum SIZ-Zertifikat, das vor allem in der Schweiz ein grosse Bedeutung hat. Bei beiden Ausbildungsgängen ist eine modulare Ausbildung möglich und sowohl ECDL als auch SIZ kennen E-Learning und Klassenunterricht. Der Erwerb beider Zertifikate ist kostenpflichtig, der finanzielle Aufwand für ECDL und SIZ liegt in derselben Grössenordnung.
ICT-Zertifikate, so das Resultat der Studie, bieten interessierten Arbeitnehmenden die Möglichkeit, anwendungsorientierte ICT-Kenntnisse zu erwerben und diese gegenüber dem Arbeitgeber nachzuweisen. Die heutige Wissens- und Informationsgesellschaft verlangt aber grundsätzlich nach einer „Computer Literacy“, die nur erreicht wird, wenn schon Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, ICT-Anwenderkenntnisse mittels ICT-Zertifikaten zu erlangen. Die ICT-Zertifikate bilden dann die Grundlagen, auf die im Rahmen einer langfristig ausgerichteten und nachhaltigen Aus- und Weiterbildungspolitik aufgebaut werden kann. Dies entspricht dem Ziel der Hasler Stiftung, die Computer Literacy in der Schweiz auf allen Ebenen zu fördern.
Hasler Stiftung
Die Hasler Stiftung – 1948 von Gustav Hasler als „Stiftung Hasler-Werke“ gegründet – war ursprünglich eine Unterneh-mensstiftung mit dem Zweck, die aus der Eidg. Telegraphenwerkstätte hervor gegangenen Hasler-Werke im Sinn und Geist von Gustav Hasler über dessen Tod (1952) hinaus weiterzuführen. Heute setzt sich die Stiftung dafür ein, dass die Schweiz eine führende Stellung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie einnehmen kann. Sie un-terstützt zu diesem Zweck Bildungs-, Forschungs- und Innovationsprojekte mit mehreren Mio. CHF jährlich.
Förderprogramm FIT der Hasler Stiftung
Das Förderprogramm FIT, in das die Hasler Stiftung über einen Zeitraum von 10 Jahren über 20 Mio. CHF investiert, hat zum Ziel, die Informatik im gymnasialen Unterricht zu etablieren. Die Schwerpunkte der Massnahmen liegen dabei in der Unterstützung der Gymnasien beim Aufbau des Ergänzungsfaches Informatik, in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen sowie in der Korrektur des falschen Bildes der Informatik in der Öffentlichkeit.

