Masterstudiengänge in Pflege und Physiotherapie
Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) hat die Gesuche der beiden Studiengänge nach eingehender Prüfung bewilligt.
Damit stehen Berufsangehörigen der Pflege und der Physiotherapie in der Schweiz dieselben Karrieremöglichkeiten offen, wie sie beispielsweise in skandinavischen und angelsächsischen Ländern üblich sind. Der Start der beiden Masterstudiengänge ist für Herbst 2010 vorgesehen.
Berufsangehörige der Pflege und der Physiotherapie mussten lange auf diesen Entscheid warten. Bis anhin gab es in der Pflege nur ein universitäres Studienangebot in Basel und seit letztem Jahr eines in der Westschweiz. In der Physiotherapie mussten jene, die einen Abschluss über dem Bachelor-Niveau anstrebten, ins Ausland ausweichen. Nun gibt es auch hierzulande Perspektiven.
Bildungsstandort Schweiz gestärkt
An beiden Master-of-Science-Studiengängen sind mehrere Fachhochschulen beteiligt: Den Master in Pflege bieten die Berner Fachhochschule BFH, die FHO - Fachhochschule Ostschweiz FHS St.Gallen und die ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften gemeinsam an. Beim Master of Science in Physiotherapie sind die BFH und die ZHAW Kooperationspartner. Diese Master-Studiengänge sichern der Schweiz als Bildungsstandort internationale Anschlussfähigkeit, Mobilität und Wettbewerbsfähigkeit.
Die Zusatzqualifikationen der Master-Absolventinnen und -Absolventen umfassen insbesondere ein vertieftes klinisches Wissen und Können, Führungsqualitäten sowie qualifizierte Forschungstätigkeiten. Personen mit wissenschaftlich fundiertem Fachwissen sind in der sich rasch wandelnden Gesundheitsversorgung zunehmend gefragt. Um den immer komplexer werdenden Aufgaben in den verschiedenen Berufen im Gesundheitswesen gerecht zu werden, gilt es, neue Konzepte für patientennahe Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.
Neue Perspektiven für Gesundheitsberufe
Erwartet wird, dass rund jeder fünfte Bachelor-Absolvent bzw. jede fünfte Bachelor-Absolventin einen Master of Science-Studiengang in Angriff nehmen wird. Die Masterstudiengänge stehen aber auch erfahrenen Berufsleuten offen. In der Physiotherapie erfüllen sie die Zulassungsvoraussetzung über einen nachträglichen Erwerb eines Bachelor-Titels. Pflegefachleute mit weiterführenden Ausbildungen können für den Master of Science über ein Äquivalenzverfahren und eine Eignungsabklärung zum Studium zugelassen werden.
Der Beschluss des EVD wurde jetzt möglich, weil die Fachhochschulen Forschungsschwerpunkte von nationaler Bedeutung aufgebaut haben. In den Masterstudiengängen fliesst die Forschung noch stärker in die Lehre ein, als dies bereits bei den Grundausbildungen der Fall ist. Mit den neuen Masterstudiengängen kann das Potenzial der beiden Gesundheitsberufe auf Fachhochschulstufe nun voll ausgeschöpft werden. Sie bieten in den beiden Berufsfeldern neue Karrieremöglichkeiten und bilden damit eine entscheidende Ergänzung zu den bereits bestehenden Ausbildungen.

