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Kopenhagen-Prozess

Im Kopenhagen-Prozess geht es um die berufliche Grund- und Weiterbildung. Ziel ist die Durchlässigkeit, Transparenz und die Mobilität im Bildungsbereich zu fördern. Das zentrale Instrument ist dabei die Entwicklung eines Europäischen Qualifikationsrahmens (European Qualification Framework EQF), welcher den Vergleich von Abschlüssen zwischen den Ländern ermöglicht. Der EQF wird durch eine Reihe von ge­meinsam vereinbarten Prinzipien ergänzt, wie zum Beispiel:

  • die Anerkennung von Kompetenzen, die durch nicht formales Lernen (z.B. in Berufs- und Lebenspraxis) erworben wurden;
  • Qualitätssicherung der Bildung und der Verfahren für die Anerkennung von Qualifikationen;
  • Information und Beratung für Individuen, Bildungsanbieter und Organisationen der Arbeitswelt bei der Nutzung des EQF.

Der Kopenhagen-Prozess unterstützt auch die Möglichkeit, durch nicht formales Lernen erworbene Qualifikationen anzuerkennen. Dies ermöglicht es den Lernenden, auf vielfältige und effiziente Weise durch entsprechende ergänzende Module zu einem formal anerkannten Abschluss zu gelangen. Diese Innovation ist insbesondere auch für Personen wichtig, die ohne formale Bildungsabschlüsse oder mit staatlich nicht anerkannten Bildungsabschlüssen im Arbeitsmarkt tätig sind. Für diese Arbeitskräfte besteht immer die Gefahr, aufgrund der fehlenden formalen Qualifikation bei einem Wechsel des Arbeitsortes keine neue Anstellung zu finden und den Zugang zu weiterführenden Bildungsangeboten nicht zu erhalten.

Aber auch Personen, die in der Freiwilligenarbeit, der politischen Miliztätigkeit, in Berufs- und Familienleben bestimmte Kompetenzen erwerben, werden durch solche Verfahren unterstützt. So kann auch der Wiedereinstieg ins Berufsleben nach einem durch Familientätigkeit, Freiwilligenarbeit, Krankheit oder Unfall bedingten Erwerbsunterbruch erleichtert werden.

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT