Back to top

Welche Finanzierungs- und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

Wer eine Zusammenstellung über die gesamten Kosten erstellt hat, weiss wieviele Aufgaben im Monat oder Jahr anfallen. Reicht Ihr Einkommen auch bei reduzierter Arbeitszeit aus? Können Sie auf Erspartes zurückgreifen? Ist dies nicht der Fall, sind andere Finanzierungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu prüfen.

Familie
Können Eltern oder Ihr Partner / Ihre Partnerin Sie während Ihres Lehrganges finanziell unterstützen? Eltern müssen für Ihre Kinder nur bis zum Abschluss einer anerkannten Erstausbildung zahlen. Vielleicht sind Ihre Eltern bereit, Sie freiwillig bei Ihren Weiterbildungsplänen zu unterstützen.

Das sagt das Gesetz:
Jugendliche in Ausbildung, die noch keine ihren Fähigkeiten entsprechende Erstausbildung abgeschlossen haben, haben Anspruch auf Unterhaltsbeiträge der Eltern. Die Betreffenden müssen ihre Eignung für die angestrebte Ausbildung unter Beweis stellen (gute Noten, Lehrerempfehlung, bestandene Prüfungen et cetera). Die Höhe der elterlichen Beiträge hängt von deren Einkommen und Lebensbedarf sowie vom Bedarf der Auszubildenden ab – wobei diese sich ein zumutbares eigenes Einkommen anrechnen lassen müssen.

Die Unterhaltspflicht endet entgegen weitverbreiteter Ansicht nicht mit dem Alter 25, sondern erst, wenn die Ausbildung abgeschlossen ist. Prüfungsmisserfolge sowie übliche Unterbrechungen (Militärdienst, gewisse Berufswahlunsicherheiten und so weiter) liegen drin. In krassen Fällen (Bummelstudium, Kontaktverweigerung des Kindes) kann die Unterhaltspflicht der Eltern wegen Unzumutbarkeit verneint werden.

Geschiedene können prüfen, ob sie einen Beitrag an die Ausbildungsfinanzierung mit dem Expartner oder der Expartnerin vertraglich regeln können.

Arbeitgeber
Grundsätzlich ist ein Arbeitgeber verpflichtet, die Angestellten weiterzubilden, falls die Ausübung der Funktion im Betrieb dies notwendig macht. Wenn der/die Vorgesetzte eine Weiterbildung von Ihnen verlangt, muss er/sie auch die Kosten dafür übernehmen.

Die meisten Unternehmen gewähren Unterstützung vor allem dann, wenn eine Weiterbildung auch im Interesse der Firma liegt. Suchen Sie bei der Planung Ihrer Weiterbildung das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten.

Wenn sich Arbeitgeber an einer längeren Weiterbildung beteiligen, werden meistens Weiterbildungs- oder Rückzahlungsvereinbarungen getroffen. Dazu gibt es Muster und Vorlagen bei Verbänden. Festgehalten werden Dauer und Inhalt der Weiterbildung, finanzielle Leistungen der Firma und Anteil der Arbeitszeit, die genutzt werden kann. Zudem wird geregelt, wie viel bei einer allfälligen Kündigung während und nach der Weiterbildung zurückbezahlt werden muss. Spätestens drei Jahre nach Abschluss der Weiterbildung sollte eine Rückzahlung entfallen.