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Steuerabzüge

Anders als eine Erstausbildung kann eine Weiterbildung in allen Kantonen "im Prinzip" von den Steuern abgezogen werden. Allerdings häufig nur, wenn sie zur Verbesserung der Berufschancen führt und nicht als Hobby betrieben wird. Der Interpretationsspielraum ist jedoch sehr gross‚ und die einzelnen Kantone (und wohl auch die einzelnen Steuersekretäre) definieren sehr unterschiedlich, was Hobby ist und was die Berufschancen verbessert. Ein Beispiel: Es gibt Kantone, in denen ein Bäcker seinen Englischkurs von den Steuern abziehen kann, während andere Kantone dies bei einem Bäcker nicht, wohl aber bei einem Handelsreisenden akzeptieren würden.

Auch Umschulungen werden von Kanton zu Kanton unterschiedlich gehandhabt. Es gibt Kantone, die nur zwingende Umschulungen akzeptieren, etwa wenn ein Bauarbeiter mit Rückenproblemen sich zum Bauzeichner umschulen lässt. Für andere Kantone ist jede Umschulung gerechtfertigt für einen Steuerabzug.

Für eine individuelle Beratung erkunden Sie sich bei der Steuerbehörde Ihres Kantons oder Ihrer Wohngemeinde. Falls Sie Weiterbildungskosten von den Steuern abziehen, gilt es folgendes zu beachten:

  • Weiterbildungskosten gehören in die Rubrik ‚Berufsauslagen'.
  • Die Abzüge dürfen das Nettoeinkommen nicht übersteigen. Wer nichts verdient, kann nichts abziehen.
  • Stipendien oder Unterstützungsbeiträge können nicht abgezogen werden.
  • Abziehen können Sie alle effektiven Kosten, also etwa: Kursgelder, Fahrspesen, Schulmaterial, Verpflegung und Unterkunft.
  • Es lohnt sich, gegenüber der Steuerbehörde zu begründen, warum die Weiterbildung für Ihre Karriere wichtig ist.
  • Wenn Sie Ihren Arbeitgeber dazu bringen, dass er einen Teil der Ausbildungskosten übernimmt, akzeptiert auch das Steueramt eher, dass die Weiterbildung mehr als ein Hobby ist.

Wenn Ihr Kanton Umschulungskosten nicht akzeptiert, machen Sie diese dennoch bei den Bundessteuern geltend. Der Bund akzeptiert Umschulungskosten nämlich in jedem Fall.